Deep Dive: Wie kommt es zu Niedrigwasser? (Prof. Daniel Bachmann)

Shownotes

Im neuen Deep Dive von Stand der Forschung geht es um sogenannte „hydrologische Phänomene", einfach gesagt: Es geht um Niedrigwasser. Darum, wie es entsteht, welche Bedeutung Flüsse für Deutschland haben und wie der Klimawandel die Zukunft unserer Wasserstraßen beeinflusst. Denn wir wollen herausfinden: Was war da los in diesem Sommer und wird es jetzt jedes Jahr so trocken?

An kaum jemandem werden die Bilder und Meldungen dieses Sommers vorbeigegangen sein. Alte Kriegsschiffe tauchen in leeren Flussbetten auf, Transporte sind tagelang nicht möglich und die Natur in Gebieten des Rheins und der Donau leidet unter den Folgen von Niedrigwasser.

SdF-Host Jonas Ross spricht in dieser Folge mit Daniel Bachmann. Er kann nicht nur erklären, wie der Klimawandel unsere Wasserstraßen beeinflusst und was sich da gerade verändert. Sondern er weiß auch, dass es Niedrigwasser und Hochwasser auch vor dem Klimawandel gegeben hat. Und er erforscht genau diese sogenannten hydrologischen Phänomene von Niedrig- und Hochwasser seit Jahren.

Zeit also, sich mal damit zu beschäftigen, was da eigentlich passiert in unseren Flüssen und was der Klimawandel damit zu tun hat. Was genau hat sich da diesen Sommer ereignet? Und ist es möglich, sich auf diese Ereignisse besser vorzubereiten?

Daniel Bachmann hat seit September die Professur für Hydromechanik, hydrodynamische Modellierung und Hochwasserrisikomanagement im Fachbereich Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit (WUBS) an der Hochschule Magdeburg-Stendal inne.

Mehr Informationen:

Prof. Daniel Bachmann

Die Hochschule Magdeburg Stendal

Zur Studienarbeit "Dry Rivers"

Transkript anzeigen

00:00:02: Willkommen zurück zu Stand der Forschung.

00:00:05: Mein Name ist Jonas Ross und das ist ein neuer Deep Dive, in dieser Folge geht es zum Etwas dass uns diesen Sommer sehr präsent begleitet hat und vermutlich auch in den nächsten Jahren immer wieder beschäftigen wird.

00:00:17: Wir sprechen über Niedrigwasser und die Folgen von Dürren für unsere Gewässer

00:00:36: Wenn man historisch zurückblickt, große Hochkulturen.

00:00:40: Die ägyptische Hochkultur Mesopotamien als Hochkultur hatten immer einen Fluss um die Ecke.

00:00:45: Das heißt nicht, dass für umsonst zwei Strom landen.

00:00:50: Paris, Venedig London, New York, Cairo oder mein Heimat Hamburg – diese Orte vereint eine Sache!

00:00:58: Sie alle sind an Gewässern gebaut.

00:01:01: Am Meer an Seen und ganz besonders an

00:01:04: Flüssen.

00:01:06: Ein Blick auf die Weltkarte verrät, welche Bedeutung diese Flüsse für uns Menschen haben.

00:01:12: Sie sind der Ausgangspunkt für unsere ältesten Siedlungen, waren natürliche Grenzen und Schutz vor Feinden, waren Lebensader durch Trinkwasser- und Fischfangs und sind bis heute entscheidend für Handel und Verkehr – und das gilt besonders auch für Deutschland!

00:01:29: Ob Elbe rein oder Donau Der Schiffsverkehr in Deutschland über Flüsse ist seit Jahrhunderten Teil eines internationalen Netzwerks.

00:01:38: Und das ist bis heute so.

00:01:43: Drei Hundert Millionen Tonnen Fracht werden beispielsweise auf dem Rhein jährlich befördert, Das macht ihn mit Abstand zur bedeutendsten Wasserstraße in Europa.

00:01:54: Aber unser Leben an Flüssen ist seit Jahrtausenden geprägt von klimatischen Veränderungen – von Dürren oder Hochwasser.

00:02:02: Doch in den letzten Jahren hat sich etwas verändert.

00:02:06: Die Folge des menschengemachten Klimawandels werden spürbar und es wird langsam erahnbar, wie unsere Zukunft aussehen könnte.

00:02:15: Was sich verändern wird ist das diese Extreme zunehmen und das erschreckende ist dass diese Bilder die wir jetzt haben... Das ist ja nicht nur im Jahr zwanzig, sondern es war im Jahr zwei tausend achtzehn, zweitausend neunzehn.

00:02:31: Es war kein gutes Jahr für die Flüsse im Sommer.

00:02:36: An kaum jemandem werden die Bilder und Meldungen dieses Sommers vorbeigegangen sein.

00:02:41: Alte Kriegsschiffe tauchen in leeren Flussbetten auf, Frachter können tagelang nicht weiterfahren und die Natur leidet – auch an großen Wasseradern wie Donau und Rhein.

00:02:54: Mein Gast ist Daniel Bachmann.

00:02:58: Er hat ihn eben schon kurz gehört.

00:03:00: Er kann erklären, was sich da gerade verändert.

00:03:03: Aber er weiß auch ...

00:03:05: Niedrigwasser und Hochwasser gab's vor dem Klimawandel auch.

00:03:09: Das muss man ganz klar festhalten.

00:03:14: Zeit also den Stand der Forschung herauszufinden und zu sortieren!

00:03:18: Was genau ist da eigentlich passiert in unseren Flüssen?

00:03:21: In diesem und den vergangenen Sommern?

00:03:25: Und wie genau wirkt sich der Klimawandel?

00:03:28: auf Dürren und Niedrigwasser aus.

00:03:30: Und ist es möglich, sich auf diese Ereignisse besser vorzubereiten?

00:03:36: Den Stand der Forschung liefert mit Daniel Bachmann jemand, Seit September, hat er hier die Professur für Hydromechanik, hydrodynamische Modellierung und Hochwasserrisiko-Management im Fachbereich Wasser, Umweltbau und Sicherheit.

00:04:08: Er forscht zum einen im Bereich Hochwassermenagement – will also herausfinden wie man Hochwasser effektiver vorhersagen und mit welchen Maßnahmen man ihn besser begegnen kann.

00:04:19: Doch auch das andere hydrologische Extrem, wie er sagt beschäftigt ihn!

00:04:24: Das Niedrigwasser.

00:04:28: Zwischen zwei tausend zwanzig und zweitausendfünfundzwanzig beispielsweise war er Teil des Forschungsprojekts Dry Rivers, das unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt wollte herausfinden wie wir künftig sinnvoll auf Niedrichwasser reagieren, wie wir mit wirtschaftlichen und ökologischen Folgen von Niedrich Wasser besser umgehen können und wie die Behörden sinnvolle Maßnahmen implementieren und kommunizieren können über das Projekt über die Entstehung von niedrig Wasser und über die Zukunft unserer Flüsse.

00:05:01: Darum geht es jetzt!

00:05:04: Sommer-Zweitausendsechstenzwanzig bisher erlebt.

00:05:30: Ja, kurz und bündig zusammenfassend sehr trocken also.

00:05:35: ich glaube das merkt man auch selbst.

00:05:37: da muss man noch gar nicht auf die Regenschreiber und Pegel schauen.

00:05:41: es hat relativ wenig geregnet auch flächenmäßig in den Einzugsgebieten und das führt dann halt dazu dass unsere Flüsse leer laufen.

00:05:52: Jetzt ist es so, dass du dich nicht nur als Bürger wie ich mit Wasser beschäftigst sondern du machst das auch zu deinem Arbeits- und Forschungsschwerpunkt.

00:06:01: Wir haben die Rubrik zum Einstieg.

00:06:03: Die Bitte wäre, dass Du einmal einfach erklärst was ist eigentlich Dein Forschungsbereich?

00:06:08: Und woran Arbeitest.

00:06:11: Es kann so einfach

00:06:12: sein.

00:06:16: wir nennen immer die hydrologischen extreme.

00:06:18: und da gehen wir einmal im Hochwasserbereich, wie kann man Hochwasserschutz besser machen?

00:06:23: Wie kann man hochwasserschutzmaßnahmen besser evaluieren.

00:06:28: Wir machen ganz viel mit Risiko-Hochwasserrisiko.

00:06:32: Daher komme ich eigentlich aus dieser Schiene und dann bin ich irgendwann mal auch in den Niedrigwasserbereich gekommen weil es ja auch ein hydrologisches Extrem ist das teilweise unterschiedlich ist zum Hochwasser Aber teilweise durchaus auch Ähnlichkeiten hat, gerade was das Management angeht wie man die Maßnahmen bewerten kann und so weiter.

00:06:55: Und da beschäftigen wir uns jetzt auch neben Hochwasser mit Niedrigwasser.

00:07:00: Okay dann wäre meine Frage nämlich weil ein Wort oder eine Kombination als Wörtern, die ich häufig gelesen habe wenn es um diese hydrologische Extreme geht sind oberirdische Gewässer.

00:07:12: Also mal ganz vereinfacht gefragt, reden wir beim Thema Niedrig- und Hochwasser immer nur von Flüssen?

00:07:18: oder wovon reden wir da eigentlich?

00:07:20: Was für Gewässer betrifft das womit du dich beschäftigst.

00:07:24: Gut, fangen wir vielleicht beim Hochwasser an.

00:07:25: Beim Hochwassern ist ein bisschen weiter gestrickt.

00:07:28: also Hochwasser klar man hat diese klassischen Flusshochwasser die man so im Kopf hatte Elbe und Rhein, Gut, Rhein hatte schon lang keins mehr.

00:07:38: Ich glaube, im Jahr nineteen-fünfundneinzig war das letzte Große am Rhein.

00:07:40: Zwei Tausend Reizien an der Donau.

00:07:42: Das sind so die Flusshochwasser, die man hat?

00:07:45: Das sind also die klassischen Hochwässer.

00:07:48: Dann ein bisschen zwei Einzwanzig in Westen Deutschlands – ich glaube auch jeden bekanntes Hochwasserereignis!

00:07:55: Das war eine bisschen eine Kombination aus Starkregensturzflut und Flusshochwasser.

00:08:01: Was heißt das?

00:08:03: Starkregen- und Sturzfluss.

00:08:04: tritt irgendwo der Regen auf eine Fläche, fließt da flächig ab.

00:08:09: Beim klassischen Flusshochwasser ist es oft so dort wo das Wasser aus dem Fluss rauskommt, regnet's gar nicht.

00:08:14: Also zum Beispiel im Jahr hier in Magdeburg muss es gar nicht viel geregnet haben.

00:08:19: Es kommt darauf an wie es im Einzugsgebiet ist.

00:08:22: Es kann natürlich auch Hochwasser entstehen... Da sind wir ganz weg von den Flüssen.

00:08:26: die Sturmfluten an der Küste Hamburg.

00:08:29: Kenne ich als Hamburger?

00:08:30: In

00:08:30: den sechziger Jahren oder Jetzt, aber schlimmer hat man zum Glück nicht mehr gehabt.

00:08:35: Seit den Sechzigerjahren ist natürlich auch ein Hochwasser induziert durch Regen.

00:08:41: wie es im Fluss ist oder bei den Starkregen oder bei Sturzfluten kann natürlich sein klar.

00:08:48: dann kennt man diese Starkrege.

00:08:49: Ereignisse hatte ich schon mal angesprochen das sind eher die kleinen kleinräumigen Gewitterzellen Berlin.

00:08:55: Was so ein Eregnis war wo die Tiefgaragen abgesoffen sind hat eigentlich gar nichts mit dem Fluss zu tun.

00:09:02: Dass du so beim Hochwasser, also Hochwasser muss nicht immer flussnah sein.

00:09:06: D.h.,

00:09:07: der Hauptgrund ist vor allem Starkregen oder Sturm und dann entsteht eigentlich Wasser an Stellen wo kein Wasser entstehen soll?

00:09:14: Oder die Flüsse treten über?

00:09:15: So kann man es zusammenfassen.

00:09:17: Also wir unterscheiden einmal niederschlagsinduzierte Hochwässer Das sind dann die Flusshochwässern, die Starkregiereignisse Es regnet lange und stark Dann die Sturmfluten sind eher Tide- und Windbeeinflust Genau.

00:09:31: Und dann gibt es noch so spezielle Hochwasserarten wie Eishochwasser, wenn sich ein Eispanzer bildet und uns kann nicht mehr abfließen oder Tsunami werden so paar spezielle Hofwasser.

00:09:41: Zum Niedrigwasser.

00:09:44: Da unterscheide ich gern zwischen Niedrichwasser und Dürre.

00:09:47: Ich sehe Niedrichtwasser eher linear auf den Fluss bezogen.

00:09:51: also ich habe niedrige Wasserstände im Oberflächengewässer im Fluss.

00:09:55: Das kann ein großer Fluss sein wie die Elbe, das können aber auch mittlere wie die Sahle oder ganz kleine wie die Selke sein.

00:10:02: und Dürre würde ich eher flächig sehen.

00:10:04: also da ist die ganze Landschaft mit betroffen Die Landwirtschaft usw.

00:10:10: Ist damit betroffen.

00:10:11: Also das Niedrigwasser ist schon auf das Gewässer bezogen.

00:10:16: Warum betrifft es eigentlich keine Seen habe Ich mich mehrfach gefragt.

00:10:20: Das kann durchaus auch Seelen betreffen.

00:10:23: Klar, einmal die regulierten Seen E-Dertalsperre ich glaube die berühmte Brücke ist wieder herausgekommen, die jetzt alle zwei drei Jahre zu sehen ist weil der Wasserspiegel so stark abgesenkt wurde aufgrund von Zugaben aus diesem künstlichen See ins Gewässer oder auch in Namen Bodensee hat auch sein Niedrigwasser für diese Jahreszeit absolut im Rekordtief.

00:10:53: Also das merken schon auch die Seen sind nicht nur die Fließgewässer.

00:10:56: Wenn man jetzt so als Laie da drauf guckt, dann kann man sich ja vorstellen den Fluss von Flüssen beeinflusst wahrscheinlich eine ganze Menge.

00:11:04: ich meine es gibt die Vorstellung davon würde ich sagen dass ein fluss irgendwo entspringt dass er seine Quelle hat wo Wasser vielleicht aus dem Boden kommt oder vom Grundwasser kommt.

00:11:14: aber es gibt natürlich auch Flüsse Die speisen sich auch aus Gletschern, aus den Bergen.

00:11:18: Aus Schmelzwasser... Wie kommt es zu Niedrigwasser?

00:11:23: Und vielleicht sogar mal ganz konkret auf die diesjährige Situation mal blickend wie genau kommt es zum Niedrichwasser in dieser Extreme?

00:11:31: Auch das ist relativ einfach gesagt.

00:11:33: Es regnet zu wenig.

00:11:35: Also es regnet so wenig im Einzugsgebiet dass der Hauptgrund.

00:11:40: hinzu kommt natürlich Ein Teil Verdunstung, wenn es noch warm dazu ist Sonneneinstrahlung eventuell Wind geht.

00:11:49: Aber ganz klar der Hauptfaktor ist fehlender Niederschlag in den meisten Flüssen.

00:11:55: Außer der Fluss ist jetzt wie du sagst komplett Kletcher gespeist.

00:12:02: Das hat man aber eigentlich nicht weil jeder Fluss dann irgendwo seine Zubringer auch aus dem Tiefland.

00:12:07: also ich finde die Donau so ein schönes Beispiel.

00:12:11: Die Donau ist im Oberlauf, im Schwäbischen wo sie anfängt eigentlich noch ein rein Niederschlags gespeister Fluss.

00:12:19: Wird dann aber wenn es in Richtung Österreich geht und dann noch weiter kommen natürlich die Alpenkletscher dazu?

00:12:27: Und da findet so einen Mischsystem aus Niederschlags- und Kletchergesprächssystemen.

00:12:33: Interessant!

00:12:34: Ich werde auch gleich nochmal eine Nachfrage haben zu dem Gletscherthema.

00:12:37: Da ist mir nämlich was begegnet Paradox fand und zwar las ich in einem Artikel zum Niedrigwasser im Rhein, dass der Rhein davon profitiert an bestimmten Stellen wo Wasser noch fließt vom Schmelzen der Gletscher.

00:12:55: Das heißt ein Prinzip des Klimawandels das die Gletschers schneller schmelzen sorgt dafür dass der Fluss noch Wasser trägt.

00:13:02: gleichzeitig ist ja aber auch der Klimawandel ein extremer Treiber von diesen Dürreperioden und von dieser extremen Situation, in denen es zu diesem Niedrigwasser-Situation kommt.

00:13:13: Welche Rolle spielen Gletscher bei Niedrichwasser und den Flüssen?

00:13:17: Also das kommt wie gesagt auf den Fluss drauf an.

00:13:20: für unsere Elbe die war noch nie Gletschern gespeist ist das keine Frage.

00:13:24: aber der Rhein ich glaube auch dass durch die hohen Temperaturen mittlerweile geht's sind die Temperature wieder runter gegangen aber durch die doch hohe Temperature in den Gletscherregionen, dass dadurch der Reihen teilweise noch gestützt wird.

00:13:40: Weil einfach mehr Schweltswasser drin ist.

00:13:43: Aber das geht natürlich nur so lange, solange der Gletschervorahr da ist.

00:13:49: Wenn der Kletcher natürlich weg ist... Da muss man einen Experten in Gletscherkunde befragen, wann das ist zehn, zwanzig Jahre.

00:13:58: Wann unsere europäischen Alpengletscher verschwunden sind?

00:14:01: Dann fehlt dem Rhein sicherlich genau dieses Gletscherschmelzwasser, dieses Reservoir diesen Puffer quasi.

00:14:08: Ich würde gerne mal zur ersten Kategorie kommen und zwar zu einsortiert.

00:14:12: Einsortiert!

00:14:16: Mir begegnet sehr viel sowohl vor allem in der journalistischen Betrachtung der Situation dass die wirtschaftlichen Folgen von diesen Niedrigwasser beleuchtet werden.

00:14:26: Und das bedeutet vor allem, man hat natürlich die Sichtbarkeit.

00:14:29: Beispiel ist kommen plötzlich Schiffe aus dem Zweiten Weltkrieg zu Tage, die dann da in diesen ausgetrockneten Influssblätten liegen, die eigentlich seit eben der Zeit des zweiten Weltkirges da ruhen und vom Wasser verschluckt wurden.

00:14:42: Aber es geht dann auch schnell neben dieser optischen visuellen Überwältigung eigentlich wirklich von dieser Situation schnell um diese wirtschaftlichen Folgen.

00:14:50: Das bedeutet ... die Schifffahrt und was bedeutet das für das BIP von Deutschland?

00:14:56: Vielleicht mal so aus deiner Experten-Sicht, aus der Forschungssicht auch oder dass wir wirklich noch viel mit diesen Gewässern beschäftigst.

00:15:03: Welche Bedeutungen nehmen diese Gewässer in unserem Leben eigentlich ein, von der wir manchmal gar nicht soviel mitkriegen?

00:15:08: und sind die unmittelbaren Folgen dann tatsächlich vor allem wirtschaftlicher Aspekte?

00:15:12: Weil ich würde jetzt doch vermuten, das muss ja auch einen ökologischen Schaden haben, der schwer zu reparieren ist!

00:15:19: Definitiv.

00:15:20: Also vielleicht fangen wir mit dem ersten Teil ein bisschen an, was für eine Rolle spielen die Gewässer für uns?

00:15:26: Ich habe immer so ne Einstiegsfolie bei uns in der Vorlesung wenn es um Flussbau geht und dröseln das mal auf, was an Gewässern wichtig ist.

00:15:34: also man merkt es ja schon wo stehen.

00:15:36: unsere großen Städte sind entweder in Küstenregionen oder Angewässern.

00:15:40: also damals schon die Leute wussten warum.

00:15:44: ich am Gewässersiedel Wenn man historisch zurückblickt, große Hochkulturen.

00:15:49: Die ägyptische Hochkultur Mesopotamien ans Hochkultur, die hatten immer einen Fluss um die Ecke.

00:15:55: Das heißt nicht für umsonst zwei Stromlande.

00:15:59: Also das waren immer Herde wo Leute angesiedelt sind.

00:16:03: warum?

00:16:04: Nahrung war früher wichtig Fischfangen Transport war früher von Salz heute von Schüttgütern wie Öl Kohle Kies und so weiter, also ein wichtiger Transportweg war es.

00:16:20: Und ist es immer so einen Fluss?

00:16:22: Die Abwasserentsorgung war zumindest in der Geschichte leichter wenn ich am Fluss gewohnt habe.

00:16:27: Ich konnte bewässern.

00:16:28: Ich habe mein Trinkwasser gehabt.

00:16:31: Der sollte natürlich vor der Abwassernsorgung stattfinden.

00:16:35: Früher war es oft eine Grenze gegen Feinde.

00:16:38: Wenn man den Limes betrachtet ... Ab im hessischen war das mehr oder weniger die Grenze zwischen römischem Reich und germanischem Reich.

00:16:47: Zollgrenzen war immer wichtig, wenn ich am Fluss saß habe eine Brücke gehabt, zehn Prozent der Ware geht an mich, war relativ einfach verdient ne?

00:16:55: Das hat schon seine Gründe warum wir am Flüsse siedeln.

00:16:57: heute glaube ich kommt noch hinzu Die Wasserkraft kommt natürlich hinzu.

00:17:01: es gab schon immer Mühlen Wasserkraftgewinnung war natürlich immer wichtig Und Heute kommt auch dieser Freizeitaspekt dazu, den Flüsse mit sich bringen.

00:17:11: Also Düsseldorfer Altstadt beispielsweise, Elb-Ufer entlangschlendern

00:17:17: usw.,

00:17:17: das sind glaube ich wichtige Aspekte für die Gesellschaft.

00:17:20: aber und dann kommen wir auch zu den Konsequenzen weil man sieht flüße sind natürlich auch wichtige ökologische Habitate.

00:17:26: Das ist nicht nur der Fluss selbst Die Alttarme, die angeschlossen sind, die Flussauen da sind großes Habitat für Vögel, Fische, Kleinstlebewesen wie Flusskrebs, Makrozubentos und so weiter.

00:17:43: Also auch ökologisch nicht nur gesellschaftlich, aber auch öko- logisch sind Flüsse doch ganz wichtige Wichtige Adern für uns.

00:17:51: Und da kann man jetzt im Prinzip die Konsequenzen ableiten.

00:17:57: Ich sage mal so, die Konsquenze von Niedrigwasser sind, wenn ich so sagen darf weniger spektakulär wie die bei Hochwasser.

00:18:04: Bei Hochwassers sehe ich überflütete Häuser eventuell habe ich Opfer und so weiter zu beklagen.

00:18:10: das habe ich natürlich beim Niedrigwasser nicht.

00:18:13: Ich würde sagen die Konsequenzen beim Nriedrichwasser sind eher so indirekt gar nicht.

00:18:18: Wir sprechen immer von direkten Konsequenzen im Hochwasserschutz.

00:18:21: Es passiert etwas, weil etwas direkt vom Wasser betroffen ist.

00:18:24: also mein Haus ist überflutet.

00:18:26: eine direkte Konsequent.

00:18:28: Die haben wir beim Niedrigwasser nicht so.

00:18:30: aber wir haben natürlich diese indirekten K konsequenz.

00:18:32: die Schiffe können nicht mehr fahren.

00:18:35: dadurch hat BRSF sein kriegt seine Rohstoffe nicht mehr bei und kann nicht mehr weiter produzieren.

00:18:42: dass dann die Aufgabe der Ökonomie diese ganzen Lieferketten zu analysieren, die da herkommen.

00:18:46: Das hat nicht mehr viel mit Wasserwirtschaft zu tun.

00:18:50: aber das hat natürlich genau diese ökonomischen Konsequenzen.

00:18:53: also das Problem ist gar nicht, dass die Schiffen nicht fahren können sondern das Problem is', dass sie ihre Rohstoffe und weitere Verarbeitungsprodukte nicht bekommen.

00:19:01: im Endeffekt Dann haben wir so ein bisschen Tourismus der durchaus leidet unter dieser Trockenheit des Mark.

00:19:09: Lokal sein, das mag jetzt auch nicht die Riesensumme im BIP sein.

00:19:13: Aber wenn die weiße Flotte in Magdeburg oder Dresden nicht mehr fahren kann... Wenn an kleineren Flüssen die Kanustrecken ausgetrocknet sind, da kann natürlich auch Verluste entstehen.

00:19:24: Wasserkraftgewinnung, jetzt weniger an den Größenflüssen aber den kleinen Flüßen.

00:19:29: Die müssen dann die Turbine zumachen weil eine gewisse Mindestabgabe durch den Fischpass durch muss und dann haben die natürlich ihre Verlusten, mit denen sie eigentlich gerechnet haben.

00:19:39: Aber das waren jetzt so ein bisschen die ökonomischen Verluste.

00:19:45: oder Konsequenzen.

00:19:47: gibt es auch für genau diese ökologischen Habitate durchaus Probleme bei Niedrigwasser.

00:19:55: eher in kleineren Flüssen.

00:19:57: Dass die Habitate verloren gehen, also dass sich die Fische eben wenn der komplett austrocknet können sie nicht mehr zurückziehen.

00:20:04: irgendwo an größeren Flüßen ist das eher weniger der Fall weil meistens doch noch genug Wasser drin ist.

00:20:09: aber Wassertemperaturen können dann eine hohe Rolle spielen.

00:20:13: es wird einfach zu warm eventuell die wasserqualität weil natürlich auch teilweise klären Lagenwasser in unsere flüsse geht dann werden die natürlich nicht so verdünnt und so weiter.

00:20:24: Die Aldarme werden sie nicht mehr angeschlossen, wenn ich niedrig Wasser habe über längere Zeit.

00:20:30: Ich kriege kein neues Wasser da rein und so weiter... Also das sind vielleicht jetzt nicht diese direkten Konsequenzen wie man es beim Hochwasser hat aber das sind durchaus Konse quenzen die man durch das Niedrigwasser verspürt.

00:20:42: Ja ja ich finde dass auch also eine tolle Zusammenfassung die du da gemacht hast weil am Ende muss man auch sagen wenn man sich mal der kulturellen Bedeutung von Flüssen gewahr werden möchte, lohnt sich glaube ich mal ein Besuch in Ägypten.

00:20:55: Das hast du für ihn selbst angesprochen wenn man da über das Nildelter fliegt oder über den Niel dann weiter unten bei Luxor beispielsweise wo man sieht dass durch diese trockene trote Erde diese Narve des Lebens fließt.

00:21:07: es klingt so pathetisch aber das wird einem dem momentan klar und ich musste jetzt auch wurde das grad sagt ist an so italienische Großstädte denken die in der Toskana vor allem sind, wo keine Flüsse durch die Stadt fließen.

00:21:18: Und an die großen Städte wie Rom oder London oder auch Paris, wo ein Fluss ja durch die Mitte fließt, wo man sich immer automatisch an diesem Fluss orientiert.

00:21:27: Der kühlt ab und ist so'n Aufenthaltsort.

00:21:29: Man orientiert sicher, wenn man ankommt und den Stadt nicht kennt.

00:21:32: als Europäer würde ich sagen ... Immer an einem Fluss, das ist so fasziniert.

00:21:36: Definitiv!

00:21:37: Also wenn man sich Landkarten anguckt genau wie du gesagt hast die großen Städte sind alle an Flüssen gebaut oder zumindest haben sie eine nahe Anbindung an diesem Fluss.

00:21:45: also ich glaube das darf man nicht unterschätzen.

00:21:46: was ich daran jetzt so spannend finde auch dass würde ich dich bitten einmal einzusortieren.

00:21:50: Das kann natürlich dazu führen dass sich diese Flüsse die unseren unser kulturelles historisches Leben ein bisschen geprägt haben durch die städte in dem wir leben sich verändern.

00:22:00: Ich habe gelesen der Rhein Da besteht die Gefahr, dass er sich zweiteilt.

00:22:03: an der Stelle wo das eigentlich nicht... Ich sag jetzt mal ganz linehaft vorgesehen ist.

00:22:08: Ist dem so?

00:22:09: Also was bedeutet das wenn Flüsse sicht?

00:22:10: oder wie können?

00:22:11: kann es sein, dass ein Niedrigwasser dazu führt, dass einen Fluss sich zweit teilt plötzlich?

00:22:15: Nee beim Rhein ist es so gemeint im aktuellen Niedrich also zwei Teile in der im Längschnitt ist damit gemeint und zwar ist ja bei Kaupp diese Engstelle weil da ja noch Fels quasi ist und eigentlich neigt ein Fluss dazu, gerade unsere ausgebauten Flüsse sich einzutiefen.

00:22:36: Weil wir grad die Elbe oder rein ... Wir haben ja diese Bundel- und Leitwerke, die ja die Strömung für die Schifffahrt in der Mitte konzentrieren soll.

00:22:45: Und deshalb neigen diese FlüsSE eigentlich eher zu Eintiefungen außer natürlich an Felsstellen klar.

00:22:51: Die tief natürlich auch irgendwann ein aber das sind solche Zeiträume Da leben unsere Kindeskinder nicht mehr.

00:22:58: Also da reden wir über tausend, zehntausend Jahre ich weiß es nicht.

00:23:03: Das sind dann geologische Zeiträume bis sich das eingetieft hat.

00:23:06: und aber diese Felsformation die bleiben halt bestehen.

00:23:10: Und dass ist jetzt in Kaupp der Fall, dass quasi das einfach...da kommt kein Schiff mehr drüber.

00:23:17: also sie können quasi bis Kaup fahren von Rotterdam aus und die können von Kaupe bis Basel fahren.

00:23:23: Aber dazwischen ist quasi eine Engstelle und das wird als Zweiteilung gesehen.

00:23:29: Verstehe, okay sehr gut wo wir schon dabei sind mal da rein zu greifen was für der Mensch selbst vielleicht auch an diesen Flüssen in den letzten Jahrzehnten so gearbeitet hat.

00:23:41: Als Hamburger weiß man um die Diskussion um die Elbvertiefungen.

00:23:46: Das hatte er vor einem wirtschaftliche Grunde dass Menschen Flüsse betten, tiefer graben umgestalten.

00:23:51: Du hast ja gerade selbst gesagt wie man versucht auch die Strömung zu leiten ist ja nichts Neues.

00:23:56: jetzt kann man Ja denken als Laie.

00:23:57: naja also wenn da Nichts fließt dann Graben wir Die Flüße.

00:24:00: Tiefe bringt das Irgendwas.

00:24:01: ich habe es viel gelesen dass Das Wahrscheinlich begrenzt nur hilft.

00:24:05: Ich würde aber gerne verstehen warum

00:24:08: Also an der speziellen stelle in kaub würde ich sagen ja da würde ich rangehen, weil wie gesagt das ja eine Felsenstelle ist.

00:24:16: Da muss auch glaube ich gar nicht so viel gemacht werden aber es muss halt... da kann man sicherlich was gewinnen dass man doch länger noch Schifffahrt betreiben kann und zwar durchgehen!

00:24:26: Das ist ja das Ziel also durchgehend durch den Rhein durch.

00:24:30: Aber es stimmt natürlich im Endeffekt muss das Wasser aus dem Einzugsgebiet kommen ne?

00:24:35: Auch wenn der Fluss eingetieft ist und ich habe das Wasser nicht drin dann dann bringt das der schifffahrt auch nichts und Das darf man halt auch nicht vergessen.

00:24:44: diese eintiefungen haben natürlich als großen nachteil dass sie genau diesen altarm anschluss Weil das der altarm die auenwälder die tiefen sich ja nicht gleichzeitig ein und dadurch verliere ich natürlich relativ Häufiger wenn ich mehr und mehr eintiefe den altarmanschluss Und mache dann natürlich aus dem ursprünglichen auenwald altarm wird dann irgendeine ... Steppe oder da bin ich jetzt kein Ökologe, aber ich hab nicht mehr dieses ursprüngliche Habitat.

00:25:17: Weil natürlich dieser natürliche Wasseranschluss fehlt den ich brauche in diesem Bereich

00:25:23: und es bedeutet aber in anderen Fällen ein Schluss bei tiefer Graben hat im Prinzip keine Folgen wenn kein Wasser kommt.

00:25:32: Wobei das weil du Hamburg angesprochen hast da ist natürlich noch mal bisschen was anderes Da redest du wahrscheinlich über die Eintiefung der Außenelbe.

00:25:42: Ja, genau.

00:25:43: Und da ist ja eigentlich immer genug Wasser da weil dir natürlich Nordsee gesteuert ist.

00:25:48: Ich meinte vor allem dass es nicht... Dass das die Antwort des Menschen meistens ist.

00:25:52: wir modifizieren das so wie's für uns passt und ich würde sie jetzt ebenso verstehen dass bei, wenn kein Wasser da ist dann bringt es auch nicht die Flussbetten tiefer zu graben.

00:25:59: Nein wir haben ganz viel gemacht.

00:26:01: ja diese Buhnen, diese Leitwerke die ich angesprochen habe, diese Vertiefung Begradigungen der Rhein wurde seit siebzehnt hundertfünfzig.

00:26:11: Reinbegradigung von Tullar bei Karlsruhe Von mehr entrierenden Fluss wurde er mehr oder weniger gerade gemacht auch für die Schifffahrt weil ich natürlich nicht mehr dieses schlingen fahren muss.

00:26:22: also ich reduziert den Weg macht uns heute sicherlich auch Probleme nicht nur bei Niedrigwasser, sondern natürlich auch bei Hochwassern.

00:26:30: Weil die Deiche immer dann schön eng gesetzt wurden noch enger an den Fluss und das bereitet uns auch bei Hochwasser durchaus Problemen.

00:26:40: Jetzt hast du zu Recht darauf hingewiesen dass Hamburg wieder was anderes ist weil sich das vom Meer auch speisen von mehr gesteuert wird.

00:26:47: wir reden jetzt viel über den Rhein.

00:26:49: welche Gebiete waren dieses Jahr?

00:26:51: sind dieses ja besonders Betroffen gewesen.

00:26:54: Für welche Flüsse reden wir eigentlich bei diesem extremen Niedrigwasser?

00:26:57: Also jetzt rein hydrologisch gesehen, war es der Rhein definitiv die Donau und die Elbe aber auch die Weser waren betroffen.

00:27:06: Ich muss sagen ich habe jetzt noch nicht gehört dass ganz kleine flüße ausgetrocknend sind Aber diese sind quasi auch auf dem niedrigsten Level.

00:27:15: Das ist jetzt rein hydrologisch gesehen von den Konsequenzen her Weil das ist ja das Wichtige, dass man die Hydrologie alleine ist gar nicht so entscheidend.

00:27:26: Zumindest für uns und für die Gesellschaft, sondern was für Konsequenzen haben wir daraus?

00:27:31: Da ist natürlich der reinen Haupt betroffen, weil er das größte Potenzial hat oder das größtes Schadenspotenzial im Prinzip hat.

00:27:39: Weil da halt eine ganz wichtige Handelsroute ist, was die Schifffahrt angeht.

00:27:43: Und es war an der Elbe zum Beispiel gar nicht gegeben, Egal ob mit Wasser oder ohne Wasser, das hängt natürlich auch damit zusammen.

00:27:55: Welche Industriegebiete angeschlossen sind?

00:27:58: Beim Rhein hat man Rhein-Neckarraum, Basel, Rheinmeinraum, Düsseldorf ... Das hat man ja an der Elbe so nicht.

00:28:04: also von daher ist das Potenzial einen Schaden mitzunehmen beim Rhein natürlich viel größer als beispielsweise bei der Elben.

00:28:11: Also da würde ich ganz klar auf den Rhein reintippen

00:28:14: Ja verstehe Jetzt kann man ganz klar sagen Der Klimawandel ein Treiber für die Extremsituation, vor die die Natur den Menschen stellt.

00:28:24: Und jetzt haben wir auch schon sehr viele Begründe besprochen, die zu Niedrigwasser führen und die zu Hochwasser führen.

00:28:33: Vielleicht kannst du noch mal so erklären oder klarmachen an einem Beispiel vielleicht auch inwieweit er dieses Phänomen des Niedrichwassers verstärkt.

00:28:40: also welchen Einfluss hat der Klimawandel?

00:28:42: Und wird ja auch haben auf diesen Niedrich Wasser in Deutschland?

00:28:47: Also da muss man ... muss man ja schon sagen, Niedrigwasser und Hochwasser gab's vor dem Klimawandel auch.

00:28:53: Das muss man ganz klar festhalten... Was?

00:28:57: Und das ist zumindest das was aus der... quasi aus der Klimatologie, was die Kollegen Kollegen aus der Klimatologie herausgefunden haben, was sie erforscht haben, analysiert haben, ist dass diese Extreme zunehmen.

00:29:10: also worauf wir uns einstellen können is Vielleicht regnet es im Jahr, hat immer noch die gleichen Regenmenge.

00:29:17: Das Problem ist aber wenn ich, ich sag's immer etwas salopp formuliert... Wenn ich drei Tage im Jahr Regen habe, die ganze Regenmenge dann hab' ich drei Teige Hochwasser und hab' dreieinundsechzig Tage Niedrigwasser.

00:29:30: in Prinzip also das nützt uns natürlich auch nichts.

00:29:33: Die Jahresregenmengen mag gleich geblieben sein.

00:29:36: Also was sich verändern wird ist dass diese Extreme zunehmen.

00:29:41: Und das erschreckende is', ... diese Bilder, die wir jetzt haben.

00:29:45: Das ist ja nicht nur im Jahr für die Flüsse im Sommer, sondern es war im Jahr... ... das mehr oder weniger von der Klimatologie so vorhergesagt wird und das zeigt schon,... ... dass sie nicht ganz falsch liegen können!

00:30:09: Was ich so interessant daran finde ist, was du sagst, zeig dir auch nochmal deutlich,... Und wir wollen ja gleich auch darüber sprechen, was für Maßnahmen man eigentlich ergreift um sich vor oder ergreifen kann.

00:30:19: Um sich mit diesen Bedingungen abzufinden.

00:30:21: Vor allem mit extremen Bedingung.

00:30:22: aber was das vor allem mehr auch zeigt ist es kann in einem Jahr zu einem extrem Hochwasser und zu dem extrem niedrig Wasser kommen?

00:30:28: Oder nicht wahr?

00:30:30: Definitiv!

00:30:30: Das kann sein.

00:30:31: Das muss aber nicht sein weil im Prinzip... Das sind zufällige Ereignisse im Prinzip.

00:30:40: Wir können nicht sagen, in fünf Jahren wird es ein Hochwasser geben oder nicht?

00:30:43: Das funktioniert nicht!

00:30:44: Da haben wir nicht die Vorhersagen da.

00:30:47: Was wir können ist die nächsten zwei Wochen abhängig vom Regen und dann sind wir ganz klar von der Metrologie abhängiger.

00:30:55: was die vorhersage.

00:30:56: Ich sage mal, die haben gute Vorhorsagen bis zwei Wochen.

00:30:59: Da kann man Hochwasser vielleicht vorher sagen Niedrigwasser, was sich über sehr lange Zeiträume aufbaut.

00:31:07: Ganz schwierig vorherzusagen... Es gibt natürlich so früh Indikatoren und wir haben jetzt schon im März Pegelauswertungen gemacht für den März, für die Elbe und haben gesehen Wir sind ganz, ganz niedrig für den Monat März.

00:31:21: Da war noch genug Wasser in der Elbe Aber für den Merz waren wir schon niedrig.

00:31:26: Ich habe damals schon gesagt Wenn wir ein trockenes Frühjahr bekommen und einen trockenen Sommer dann werden wir in Richtung Niedrigwasser-Rekord gehen.

00:31:34: Und so war es dann im Prinzip, im März wusste ich natürlich nicht ... Ich hab auch gesagt, wenn's jetzt viel regnet im Frühjahr, dann werden we kein Problem kriegen.

00:31:44: Also, es sind mehr oder weniger zufällige Ereignisse?

00:31:46: Ja, das kann in einem Jahr vorkommen, muss aber nicht!

00:31:50: Was natürlich ein bisschen helfen kann, wenn Niedrichwasser war... Wir hatten die Situation so ein bisschen im Oktober, Da kamen wir auch aus dem Niedrigwasser raus.

00:32:02: Und da hat's in Pol und Tschechien relativ heftig geregnet, da gab es auch ordentlich Hochwasserschäden in diesen Gebieten... Also ist die Elbe zum Beispiel relativ klimflich davon gekommen warum?

00:32:14: Das Flussbrett war komplett leer, das muss erstmal aufgefüllt werden.

00:32:18: Die Augen müssen erst mal aufgefült werden.

00:32:21: Die Speicherkapazitäten in meinen Talsperren sind oft leer, da kann ich gut aufnehmen.

00:32:26: also Niedrigwasser vorm Hochwasser ist jetzt nicht unbedingt schlecht, weil ich vielleicht doch noch Pufferkapazitäten habe wo ich Wasser entsprechend aufnehmen kann.

00:32:36: Was mich mal interessieren würde es gibt's da Ausblick aus deiner Sicht dass die Vorhersage von diesen Phänomen besser werden also die vorher sage Möglichkeit?

00:32:46: Weil ich finde das total interessant die Meteorologie dass die ja wirklich ein ganz entscheidender Faktor ist, gerade auch bei der Anpassung an diese Situation.

00:32:54: Zu sagen wie kriegt man das hin eine Bevölkerung auch besser darauf einzustellen.

00:32:59: und jetzt blenden wir mal vielleicht die wirtschaftlichen Aspekte erstmal aus aber auch wirklich einfach nur die Tatsache, dass es so kommen könnte und zu kommen wird.

00:33:06: also siehst du da das Potenzial, dass man irgendwie Wetterphänomene künftig besser genauer noch analysieren kann?

00:33:13: Gut!

00:33:13: Wir haben's ja einmal von der Klimatologie her, die halt sagt Extreme werden zunehmen.

00:33:18: Wann, ob die im Jahr oder im Jahr im Jahr ist, wenn sie im Jahr und Jahr sind.

00:33:22: Das können Sie nicht vorhersagen aber im Schnitt werden diese extreme häufiger kommen.

00:33:27: das ja was die Klimatologie vorher sagt.

00:33:30: Die Metrologie beschäftigt sich eher mit den nächsten zehn, zwanzig Tagen.

00:33:35: Ich muss sagen da bin ich natürlich kein Wetterfrosch im Endeffekt.

00:33:41: Aber gerade wenn so stabile Wetterlagen sind Die sind auch schon relativ gut vorhersagbar, egal ob es Regen oder Niedrigwasser ist.

00:33:51: Oder, sag ich mal Trockenheit ist die nächsten vierzehn Tage sind wir eigentlich schon ganz gut.

00:33:56: also ich rede da jetzt nicht von Gewitterzellen, die irgendwo kommen.

00:34:01: das ist immer noch schwierig.

00:34:02: dass wird man wahrscheinlich gar nicht so in den Griff kriegen weil es so lokale Phänomene sind.

00:34:07: Wenn man da drei, vier Stunden vorhersagen kann wo die auftreten dann ist es gut.

00:34:11: Aber wenn ich so eine großräumige Fünf-Bee-Wetterlage beispielsweise habe wie zwei Tausend Dreizehn Dann kann man die schon relativ gut eingrenzen was den Raum und Zeit eingeht.

00:34:24: Das geht schon ganz gut.

00:34:25: aber So dieses mittelfristige Vorhersage.

00:34:27: ja Man versucht das.

00:34:28: Ich hab gesehen die BFG in Koblenz Die Bundesanstalt für Gewässerkunde sechs Monatsprognose für die Wasserstände gemacht, basierend auf metrologischen Daten.

00:34:43: Aber da sind ja die Unsicherheiten noch ganz groß.

00:34:48: Das könnte so sein, könnte so seien.

00:34:52: Man versucht das... Ich muss sagen ich habe zu Stipendiatin aus Ägypten.

00:34:56: Wir fängt jetzt an im Oktober, die genauso eine Mittelfristprognosis für Niedrigwasser erforschen soll.

00:35:03: Da bin ich gespannt, weil wir auch mit KI arbeiten.

00:35:07: Müssen wir schauen was da rauskommt.

00:35:09: aber im Endeffekt sind wir abhängig von der Vorhersage der Metrologie.

00:35:14: Ja interessant!

00:35:16: Was ich daran so spannend finde ist... ...was du ja ganz deutlich noch mal zeigst.. ..der Klimawandel ist häufig auch hier wieder nicht die Ursache für etwas sondern sie ist für alle Probleme die wir haben einfach ein extremer... Verstärker.

00:35:27: Es ist einfach ein Treiber von all den Ursachen, die dann zu Niedrigwasser führen und dann das extremer machen.

00:35:33: Und natürlich würde ich jetzt mal vermuten wird dadurch die Vorhersage – die kurzfristige auch schwieriger weil die Härte eines Niedrichwassers oder die Ausmaße eines Niederichwasslers oder eines Hochwasser selbst wenn man absehen kann dass die Tendenz dafür da wäre es wahrscheinlich schwer abzusehen.

00:35:48: oder kann man vorher schon erahnen welches Ausmaß bestimmte Phänomene haben werden?

00:35:54: Also bei Hochwasser Wenn wir gute Prognosen kriegen, klar Hochwasser sind andere Zeiträume.

00:36:00: Da reden mal so von Stunden Tage Wochen.

00:36:04: Maximum beim Niedrigwasser ist ja eher Wochen oder Monate fast Jahre muss man sagen.

00:36:13: aber Wir sind heute mit unseren Modellen So gut und so schnell dass wir denke ich Zumindest eine Prognose liefern.

00:36:20: wo kann hochwasser entstehen?

00:36:23: jetzt die nächsten Stunden vielleicht fünf Tage oder so, dass wir zumindest Hinweise geben können.

00:36:31: Da kann was passieren und was für ein Ausmaß das hat.

00:36:33: Da würde ich schon auf unsere Modellierungstechnik vertrauen, dass die das einigermaßen gut vorher sein kann natürlich wieder mit den Unsicherheiten, die aus der Metrologie kommen, die auch aus unseren Modellen kommen usw.

00:36:48: Das darf man natürlich... Es wird keine perfekte Vorhersage der Zukunft sein Aber die Tendenz, denke ich, könnte man schon vorher sagen.

00:36:57: Interessant!

00:36:57: Okay... Das klingt für mich so ein bisschen nach dem klassischen Prinzip Die Forschung ist eigentlich weiter als die Umsetzung von Maßnahmen, die man ergreifen könnte um bestimmten Phänomen vorzubeugen oder den Folgen davon.

00:37:11: Darauf würde ich nämlich gleich nochmal zu sprechen kommen.

00:37:14: Ich habe aber zunächst noch eine Frage und zwar die Kategorie in deinem Themen- und Forschungsbereich so eine Annahme, die alle haben.

00:37:28: Eine Vermutung, die ihr immer wieder begegnet, die aber eigentlich gar nicht stimmt?

00:37:33: Wo ich mich immer schwer tu ist, ist dieses... Früher gab's ja auch.

00:37:39: Schaut früher an Die Elbe, Ninetehnt vier Und was weiß ich.

00:37:42: da war es noch schniedriger.

00:37:44: Hier sind Fotos von der Elbe, da konnten die Menschen drüber laufen und so weiter.

00:37:50: Ja klar es gab Niedrigwasser-Ereignisse oder Hochwasserereignisse vor zweitausend.

00:37:56: Und das ist überhaupt keine Frage.

00:37:59: was da halt oft verkannt wird ist dass gerade in dem letzten Jahrhundert sich auch viel an den Flüssen getan hat.

00:38:08: also als Beispiel die Elbe.

00:38:09: ja in vier war der Abfluss niedriger als jetzt das stimmt Aber in den sechziger Jahren wurde die Moldau, sich so genannte Moldow-Kaskade in Tscheschen errichtet.

00:38:22: Die genau dafür vorgesehen ist dass sie niedrig was Ereignisse stützen kann und die war neunzehntundetvier halt noch nicht aktiv.

00:38:29: im Moment gibt die beispielsweise vierzig Kubikmeter pro Sekunde in die Elbe rein.

00:38:34: Die waren neunzenhundertvier nur nicht da.

00:38:37: wenn wir jetzt aktuell vierzig kubikmeter abziehen würden dann würden wir vier locker unterbieten.

00:38:44: Man muss immer sehen, dass die Flüsse sich verändert haben.

00:38:48: Es gab die Fahrrinnen und deswegen kann ich heute auch nicht mehr durch die Elbe laufen weil ich natürlich eine Fahrrinne mittlerweile habe, die ausgebaggert ist.

00:38:56: Und dieses Früher war doch auch ... Kann doch nicht so schlimm sein heut Da denke ich immer.

00:39:02: ne es ist... Die Systeme haben sich geändert und es scheint zumindest so das ich halt Die Randbedingungen geändert hat nämlich das Wetter, das Klima im Endeffekt.

00:39:14: Die trotzdem dazu führen dass trotz unserer Maßnahmen wie die Talsperren beispielsweise wir wieder die solche niedrig-wasser Ereignisse haben.

00:39:22: Es ist ein total wichtiger Punkt und auch die perfekte Überleitung glaube ich zu eurer zu deiner Arbeit und zu der Studienarbeiten an denen auch mit beteiligt warst weil wonach es für mich klingt Die Welt verändert sich schleichend und in den Peaks erleben wir es.

00:39:38: Ich sag mal, das A-Tal war sicherlich etwas wo man in ganz extremen Ausmaßen die Folgen des Klimawandels erleben kann im Sinne von Es wird auch extrem Ereignisse bei uns geben.

00:39:49: Also gut vielleicht nochmal zum A-tal ob man da rein den Klimawandel sieht Das fühlte ich auch ein bisschen.

00:39:58: Nee, ich würde nur sagen man hat gesehen das ist die Natur auch in Deutschland.

00:40:03: Wenn das Wetter extremer wird und wenn die Wetteeignisse extrema werden dann wird man in Deutschland Folgen sehen die wir uns zwar mehr noch, also häufiger als nur einmal.

00:40:12: Das ist dann kein Jahrhundertflut sondern es ist eher ein Jahrzehntflut oder ein Jahresflut und ich glaube dadurch wurde das einfach sichtbar dass diese unglaubliche Macht der Natur auch in Deutschland zuschlagen kann wo man immer sagt naja also in so einer gemäßigten Zone.

00:40:26: Wir sind jetzt ja nicht in Thailand wo man regelmäßig Bilder hat von Fluten über flutteten Regionen Sondern das kennt man so aus Deutschland nicht und plötzlich sehen sie alle Okay, das kennt man doch.

00:40:35: Das ist ähnlich beim Niedrigwasser.

00:40:37: also da hat man eigentlich auch eher Südeuropa so im Kopf ne?

00:40:41: Da war es schon länger Iran, Mexiko, Süden der USA oder so.

00:40:48: Das wird auch zu uns halt kommen und da gebe ich dir recht

00:40:52: ja.

00:40:53: Genau deswegen, also vielleicht oder fangen wir mal anders an.

00:40:57: Wir haben natürlich jetzt uns auch schon vorher unterhalten über die sehr breit gefasste Studienarbeit, an der du mit beteiligt bist.

00:41:02: Wo glaube ich auch mehrere Situationen wahrscheinlich bei rausgehen sollen?

00:41:05: Also es ist wirklich groß angelegt wo es um die Bedingungen geht wie man sich anpasst in diese Situation was man für Maßnahmen ergreifen muss und wie man besser vorbereitet auf niedrigwasser Situation.

00:41:15: Vielleicht kannst du ein bisschen aus dieser Studienarbeit erzählen.

00:41:18: also womit habt ihr euch beschäftigt?

00:41:21: Eigentlich auf niedrigwasser richtig vorbereitet.

00:41:24: Genau das war unser forschungsprojekt tri rivers gefördert vom bmftr, genau damals noch.

00:41:31: bmbf ist zwanzig abgeschlossen ging ungefähr drei jahre des projekt.

00:41:36: wir hatten ganz viele partner auch aus der ökologie.

00:41:41: Die RWTH Aachen war dabei mit dem Partner.

00:41:43: Also wir haben schon versucht, das Niedrigwasser nicht nur rein wasserwirtschaftlich und hydrologisch zu sehen sondern auch was in die ökologischen Konsequenzen.

00:41:54: Wir hatten Soziologen dabei die quasi auch dieses soziale Mitberücksichtigen.

00:42:00: Das waren sehr spannendes Forschungsprojekt Und es ging halt drum.

00:42:04: Wie kann ich ein Niedrigwasser-Risiko-Management etablieren?

00:42:08: Das kommt so ein bisschen aus dem Hochwasser.

00:42:11: Hochwasser haben wir das schon, zumindest in Teilen.

00:42:13: hochwasser Risikomanagement was heißt dass man quasi sich des Risikos eines Niedrige Wasser bewusst macht.

00:42:20: und Risiko heißt auch immer es wird nicht zu null werden.

00:42:25: also ich kann Maßnahmen umsetzen wie ich will Ich werde kein Nullrisiko haben.

00:42:29: Ich werde immer einen Risiko haben ... das niedrig was Ereignisse kommen und entsprechende Konsequenzen mit sich bringen.

00:42:37: Das ist ein ganz wichtiger Bestandteil in so einem Risikoansatz, dass man es dann halt auch akzeptiert dieses Risiko... Und die Leute darüber auch aufklärt!

00:42:47: Das ist glaube ich auch wichtig weil man wird keine Hochwasser hundert Prozent verhindern können mit allen Maßnahmen der Welt, man wird kein Niedrigwasser um hundert Prozent verhindert können.

00:42:57: Mit allen Maßnahmen in der Welt das muss immer klar sein es wird immer ein gewisses Risiko geben dass ein Hochwasser entsteht oder dass ein niedrig Wasser entsteht.

00:43:05: und damit haben wir uns beschäftigt mit der Risikoanalyse.

00:43:08: was heißt Risiko Analyse?

00:43:11: Risiko ist für uns die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignisseintritt multipliziert mit den Konsequenzen.

00:43:18: Also wir wollen über diese rein hydrologische Betrachtung am Pegel X. ist das Wasser so tief?

00:43:24: Wir haben niedrigsten Wasserstand jeweils gemessen erreicht und so weiter.

00:43:28: was man so hört denn das ist ja gar nicht so entscheidend.

00:43:31: Entscheidend ist ja was für ökonomische Konse quenzen und welche ökologischen Konse Quenzen bringt es mit sich.

00:43:38: also dass man Da ist natürlich die Hydrologie ganz wichtig.

00:43:42: Das muss man vorher alles berechnen und die Hydraulik, aber dass man das eben weitergeht.

00:43:47: Und dass man dann sagt okay vielleicht merkt man an der Elbe mein Gott wir können zwar Maßnahmen jetzt implementieren um das Niedrigwasserrisiko für die Schifffahrt weiter abzusenken, dass sich besser läuft.

00:44:03: Das kostet uns aber so viel Geld Dass es sich gar nicht lohnt, dass man sagt okay lass uns andere Wege gehen.

00:44:09: Vielleicht lohnt sich das gar nicht mehr und dass man das halt unter Risikogesichtspunkten quasi evaluiert.

00:44:16: wie effektiv ist denn am Ende so eine Maßnahme?

00:44:19: Und was kostet auch so eine Maßnahmen?

00:44:23: Da haben wir einen Ansatz entwickelt der sicherlich kein Wasser in die Flüsse bringt aber der quasi helfen soll Maßnahmen zu evaluieren, die Effektivität von Maßnahmen zu berechnen.

00:44:39: Wie effektiv sind sie quasi für mein Gebiet?

00:44:42: Setzt sich die um oder setzt sich die im Ende nicht um?

00:44:44: Das war so ein bisschen der Kern dieses Themaes und dieses Forschungsprojekts.

00:44:49: Interessant!

00:44:49: Das heißt in Prinzip es geht gar nicht so sehr darum nur Maßnahmen zu entwickeln was dann umgesetzt werden kann sondern eher herauszufinden wie erkenne ich eigentlich ob eine Maßnahme hilfreich ist, also sozusagen wie eine Evaluation der möglichen Maßnahmen bevor man die Maßnahmen überhaupt ergreift.

00:45:06: Genau richtig!

00:45:08: Also erst mal zu verstehen habe ich überhaupt ein Problem in meinem Gebiet?

00:45:12: Wie groß

00:45:13: ist mein Risiko in meinem Gebiet?

00:45:16: und dann muss man sich die Frage stellen akzeptiere ich das Risiko dass?

00:45:20: dann eher ne gesellschaftliche frage sage ich okay ich lebe mit dem risiko oder man sagt Das Risiko ist mir so hoch Ich muss in die Minderung reingehen in die Risikominderung und da kommen dann all diese Maßnahmen vielfalt, die man kennt.

00:45:35: Kann man dann einsetzen um das Risiko zu mindern?

00:45:38: Und dann wird man irgendwann sagen okay jetzt haben wir es wirtschaftlich so ausgeglichen Wir müssen immer mehr bezahlen, immer mehr zahlen Das Risiko geht immer weniger und weniger runter.

00:45:49: Wir müssen das Risico jetzt akzeptieren.

00:45:51: oder wenn sagt man akzeptiert das risiko Da muss man sich aber halt klar machen dass es ein Restrisiko bleibt.

00:45:58: das heißt Es kann trotzdem natürlich noch mal was passieren.

00:46:02: Aber nicht mehr so häufig, weniger Intensität usw.

00:46:07: Das kennt man aus dem Hochwasser?

00:46:10: Ich sage immer ganz klar Hamburg, Magdeburg wer da wohnt sollte sich für sich im Kopf eine kleine Risikoanalyse durchaus machen.

00:46:19: und sie schon fragen kauf ich mir jetzt ein Haus in den Elb-Uferbereich?

00:46:27: Man hat natürlich, man kann ja sagen okay die Vorteile hat man ist eine schöne Lage und so weiter.

00:46:32: Aber man muss sich durchaus bewusst machen der Daich kann brechen das Wasser kann höher kommen wie den Daich.

00:46:39: was mache ich dann?

00:46:41: Bin ich akzeptiere ich das Risiko?

00:46:44: Und dazu muss ich natürlich erstmal wissen dass ich überhaupt ein Risiko habe.

00:46:48: Das muss ich wissen und dann muss ich mir selber für mich selber das dann eher keine gesellschaftliche Risikowegung sondern eine persönliche ... bin ich bereit, dieses Risiko zu akzeptieren.

00:47:00: Und wenn ich es nicht akzeptiere, dann kaufe ich's nicht oder treffe vielleicht ein paar Maßnahmen, mach mein Kellerwasser dicht und so weiter... ... schließe eine Versicherung ab oder so weiter.

00:47:10: aber das muss ich mir und das macht man im Prinzip auch im Großen, im Gesamtgesellschaftlichen.

00:47:17: Das ist so dieser Risikoansatz.

00:47:19: Was ich da vor allem auch raushöre und das finde ich einen wichtigen Punkt den man nicht unterschlagen darf wie bei so vielen Dingen, die uns alle dann betreffen oder bestimmte Regionen betreffend.

00:47:29: Die Sensibilität in der Bevölkerung muss ja auch enorm gesteigert werden.

00:47:32: also ich behaupte jetzt einfach mal ist jetzt einfach nur meine ganz persönliche Wahrnehmung.

00:47:37: Extremwetterereignisse lösen einen bestimmten Region im Ausland, die das kennen eine ganz andere Reaktion aus als hier wo man es nicht kennt.

00:47:44: Das bedeutet auch die Bevölkerungen und Menschen müssen sich mehr beschäftigen mit dem was da um sie herum passiert ... Affiner zu sein für bestimmte Situationen und dafür, was auf sie zukommt.

00:47:55: Was bedeutet das?

00:47:55: Es können nicht nur politische Maßnahmen sein oder nur bauliche Maßnahmen sein sondern es muss auch eine Sensibilität da sein.

00:48:03: so würde ich das jetzt auch mal verstehen.

00:48:05: Ganz klar ist vielleicht beim Niedrigwasser ein bisschen weniger warum.

00:48:08: weil wir daher nicht die im Prinzip die persönliche Betroffenheit haben.

00:48:12: Das haben ja vorhin schonmal angesprochen.

00:48:14: Da müssen sich eher die Firmen Gedanken machen wie können Sie Vielleicht ihre Lieferketten weg von der Schifffahrt bringen.

00:48:21: Ist das günstig?

00:48:22: Wie kann ich Vorratshaltung betreiben, vielleicht dass ich länger aushalten kann?

00:48:27: Das müssen dann eher Firmen machen.

00:48:28: aber gerade im Hochwasserbereich ja sollte jeder schon mal auf die Hochwassergefahrenkarten schauen beispielsweise die überall online zur Verfügung stehen und man sollte sich schon dann die Gedanken machen oh ich liegt da in einem Gebiet.

00:48:43: Okay, kann ich jetzt nichts mehr machen?

00:48:45: Ich kann vielleicht nicht so einfach umziehen.

00:48:47: Aber was ist wenn... Was mache ich, wenn Hochwasserwarnung kommt?

00:48:53: Gehe ich dann noch in den Keller und rollen Fernseher raus oder nicht?

00:48:56: Das kommt natürlich auf die Art des Hochwassers an!

00:48:59: Kommt schnell, kommt langsam usw.

00:49:00: Aber da sollte man sich schon sensibilisieren für und das geht auch.

00:49:05: Man kann das machen wie Hochwassergefahrenkarten sind öffentlich, kann jeder draufschauen.

00:49:10: Das ist ein Umdenken in der Gesellschaft denn das muss man immer ganz klar sagen Auch wenn wir alle Maßnahmen umsetzen im Hochwasserschutz die wir zur Verfügung haben Es kommt immer ein Hochwasser, was höher ist.

00:49:25: Also das war wahrscheinlich sehr unwahrscheinlich und alles.

00:49:28: es kann aber kommen und das müssen sich die Leute bewusst machen.

00:49:32: Ja absolut jetzt habe ich daran gedacht dass genau so wie man als Bevölkerung sehr klar sehen kann was hochwasser anrichten kann stelle ich mir vor, sind auch die Maßnahmen um Hochwasser zu begrenzen oder den Schaden davon einzugrenzen recht klar ersichtlich.

00:49:50: Du hast gerade selbst gesagt Deichel, die Ausweiche, die Auffangbecken, die man anlegen kann damit das Wasser eher auf die Felder geht oder auf einen Ausweichbereich geht vor den bewohnten Gebieten.

00:50:02: also so ganz klassische Maßnahmen und sagt sie sehe ich, die kann ich mir vorstellen.

00:50:06: gibt es solche Maßnahmen eigentlich für Niedrigwasser.

00:50:09: Also kann man Präventivmaßnahmen ergreifen, um Niedrichwasser vorzubeugen oder sogar zu verhindern?

00:50:15: Wie gesagt, zu hundert Prozent verhindert sicherlich nicht aber vorzubäugen ja vollkommen richtig.

00:50:21: auch da haben wir eine ganze Maßnahmebündel.

00:50:25: Teilweise gehen die auch mit Hochwasserschutzmaßnamen einher.

00:50:29: teilweise haben sie nichts miteinander zu tun und teilweise sind Gegenläufig, meistens würde ich aber sagen er schafft man Synergien.

00:50:38: Also fangen wir mal an dem Einzugsgebiet wo ja das Niedrigwasser entsteht.

00:50:42: Am Regen können wir nichts machen, das muss klar sein.

00:50:45: Zumindest mir nicht.

00:50:47: Wir Wasserwirtschaftler nicht.

00:50:48: Es muss dann vielleicht die Metrologie schaffen.

00:50:50: Ich glaube

00:50:51: es gibt in Silicon Valley alle mögliche Ideen wie man da noch mal vielleicht beisteuern kann.

00:50:55: Wie man

00:50:56: Regen macht.

00:50:56: also das ist aber nicht unser klassisches Profil.

00:50:59: Also wir fangen im Einzugsgebiet an wo der Regen fällt.

00:51:02: was kann man da machen?

00:51:03: ja?

00:51:03: Man kann versuchen um Wasser zurück zu halten.

00:51:06: Wasserspeicherung ist ganz wichtig.

00:51:08: Da können natürlich diese Anthropogen-Maßnahmen sehen wie die Talsperre eine zentrale Speicherung, die uns ja – wie man jetzt sieht auch hilft.

00:51:18: Ich habe die Moldaukaskade angesprochen, das ist ja ne Kaskade von neuen Talspären, die in Reihe geschaltet sind in der Moldao und die helfen ja jetzt auch im Niedrigwasser.

00:51:29: Die helfen zwar nicht dass noch Schifffahrt möglich ist zumindest hier im unteren Teil Aber die helfen durchaus, damit die Elbe noch ein bisschen Wasser im Flussbett hat.

00:51:37: Also vorallem gesagt Wasser aus wasserreichen Zeiten speichern für später wenn ich es brauche?

00:51:42: Genau das ist so super zusammengefasst.

00:51:44: genau das ist die Idee.

00:51:46: Das kann man wie gesagt in diesen technischen Maßnahmen machen.

00:51:49: aber Ich glaube wir müssen auch sehen dass wir den den den Wasserhaushalt Im Einzugsgebiet wieder hin zum natürlichen Wasser haushalt bringen.

00:51:59: sprich Früher war die Doktrin so ein bisschen So schnell wie möglich weg das Wasser aus den Feldern.

00:52:05: Trinage, trinage ... Mittlerweile und da ist auch schon definitiv ein Umdenken in den Behörden, denkt man drüber nach.

00:52:15: Stopp!

00:52:16: Ist es denn richtig immer weg?

00:52:19: Vielleicht ist nicht besser das Wasser wenn es fällt zu speichern und da reden wir jetzt nicht von der großen Talsperre, das geht natürlich auch aber in kleinen Senken, in Gräben die man hat.

00:52:31: Es versickert dann vielleicht, damit reiche ich ja wieder das Grundwasser an

00:52:35: usw.,

00:52:36: dass man diesen Zyklus wieder mehr stärkt.

00:52:41: Man kennt den Begriff Schwammstadt ist so im urbanen Bereich, dass man Regenwasser vor allen Dingen nicht nur ableitet, ableitet.

00:52:50: Sondern dass man es in kleinen Mulden speichert und versickern lässt.

00:52:57: Und das quasi die Schwammstadt.

00:53:00: Wir sprechen mittlerweile ein bisschen buzzword auch Schwammlandschaft.

00:53:05: Die Landschaft gehört auch die Forstwirtschaft dazu.

00:53:11: dass man beispielsweise am Waldweg im Wald eben nicht links und rechts gräben hat, wo das Wasser abgeführt wird.

00:53:17: Dass das Wasser vielleicht einfach in den Wald reingeleitet wird und dass es da dann gespeichert wird und im Einzugsgebiet verbleibt.

00:53:25: Das sind Maßnahmen die helfen nicht nur bei Niedrigwasser sondern definitiv auch bei Hochwasser.

00:53:31: Dann können wir den Schritt weiter gehen.

00:53:32: zum Fluss was können wir im Fluss machen?

00:53:35: Ja das ist was mal angesprochen haben Schifffahrtsrinnen.

00:53:39: Das sind die Buhnen, die man für die Schifffahrt machen kann.

00:53:41: Das sind Buhn?

00:53:42: Buhne sind diese Querbauwerke, die quasi ... Ja in der Außenelbe siehst du das wahrscheinlich nicht mehr aber wenn Du Oberstrom von Gestacht marschaust in die Elbe da sind die Buhen.

00:53:55: das sind Leitwerke die die Strömung quasi auf den Fluss konzentrieren Für die Schifffahrt damit ich da den entsprechenden Wasserstand und den Abfluss habe.

00:54:05: Das sind Möglichkeiten die man machen kann und was glaube ich ein ganz wichtiger Faktor ist, dass der Nutzer sich auch entsprechend Maßnahmen finden muss oder sich anpassen muss.

00:54:16: Also typisches Beispiel wird ja auch diskutiert Anpassung der Schifffahrtsflotte.

00:54:20: Dass die Schiffe eben breiter werden und weniger Tiefgang haben ist eine Möglichkeit aber das natürlich auch ein langwieriger Prozess.

00:54:27: Das Betriebe beispielsweise Wasserspeicherung für sich selbst vorsehen oder Wasser Recycling vorsehen kostet natürlich Geld.

00:54:38: Die Frage ist, ist der ökonomische Anreiz im Moment da?

00:54:41: Wenn Wasser so günstig ist auch wenn wenig Wasser da ist kann man drüber nachdenken dass man Anreize schafft?

00:54:48: Jawohl ich habe ein Recyclingsystem Ich verwende Wasser wieder.

00:54:53: Das sind so Möglichkeiten die der Nutzer quasi dann im Endeffekt hat.

00:54:57: sich an solche Niedrigwasser-Dürre will ich jetzt mal mit reinnehmen ... zumindest anzupassen und vorzubeugen.

00:55:08: Klasse, dass du da direkt die ganzen praktischen Beispiele parat hast.

00:55:13: Da hätte ich dich natürlich auch noch nachgefragt.

00:55:14: Das ist ja fantastisch!

00:55:15: Wobei das vor allem für mich klingt... ... ist nach einem hohen Organisationsaufwand im Sinne von... Player einfach beteiligt, also du hast gesagt das sind die Redereien.

00:55:23: Da ist die Wassergesellschaft, da ist natürlich die Politik, da sind Hafenbetreiber... Da sind wahrscheinlich Privatleute, die ihre Schiffe haben, die irgendwie Grundstücke in den Hafenregion haben.

00:55:33: Also da sind viele Menschen beteilig, die zunächst mal und das hast du gerade angesprochen im Sinne von ein Umdenken findet statt einen Problem erkennen müssen und dementsprechend dann Am besten Fall auf Basis von euren Erkenntnissen evaluieren müssen, welche Maßnahmen machen Sinn und welche machen keinen Sinn.

00:55:51: Hast du das Gefühl, dass flächendeckend jetzt mal ganz grob schon diese Wahrnehmung da ist?

00:55:56: Und dass sich alle der Ernsthaftigkeit der Lage bewusst sind... ...und dass da ein Umdenken tatsächlich stattgefunden hat oder gerade stattfindet?

00:56:03: Ich würde sagen, gerade statt findet trifft es am besten.

00:56:08: Ich glaube so ein Transformationsprozess braucht einfach und da reden wir glaub ich auch nicht über Jahre sondern eher Jahrzehnte Das dauert.

00:56:18: Man muss halt sagen und das kritisiere ich manchmal so ein bisschen, gerade auch im Hochwasserbereich, so einen Umdenken findet halt oft nur statt nach wirklichen Katastrophen wo man das gesehen hat.

00:56:30: also ich denke jetzt dieses Niedrigwasser zwei sechzehn wird auch wieder was getriggert haben über Schiffwärtsflottennachdenken, die Kaupvertiefung Nachdenken usw.. Ich sage mir halt immer als Wissenschaftler und da kritisiere ich, also ich kenne das auch vom Hochwasser.

00:56:47: Bis zwei einundzwanzig ist im Bereich Hochwasser Risikomanagement ja ist was passiert aber dass man da so drauf fokussiert war überhaupt nicht.

00:56:57: Also ich kende es selber, ich komme aus der Forschung.

00:56:59: Ich habe einige Themen gehabt wo ich gesagt hab lass uns doch mal machen.

00:57:03: Ja, ich muss sagen... Manchmal hat so ein Hochwasser und vielleicht auch so niedrig, was auch positive Konsequenzen.

00:57:12: Also man sieht die Sturmflut in Niederlanden, ich glaube, da war es dreinfünfzig.

00:57:17: Die hat schon zum Umdenken geführt, was den Küstenschutz in der Niederlands angeht.

00:57:22: Und sowas auch nach zweieinundzwanzig, wo ich merke... Jetzt geht man auf einmal an die Forschung und fragt, was habt ihr denn für neue Konzepte?

00:57:32: Wollen wir das nicht mehr machen?

00:57:33: Lass uns das mal probieren.

00:57:35: Und bis zum Jahr zweieinzwanzig war es ein ganz CS-Ring.

00:57:39: Das ist definitiv besser geworden.

00:57:42: Ich glaube beim Hochwasser merkt man das noch mehr weil wie gesagt alles in Anführungsstrichen spektakulärer ist als beim Niedrigwasser.

00:57:50: aber ich glaube auch bei dem Niedrichwasser solche Ereignisse, weil es jetzt auch so oft war nochmal zwei acht zehn neun zehn fünf zwanzig sechsundzwanzig wird das schon hilft das natürlich um das mal so auszudrücken beim Beim Umdenken macht das Umdenk wahrscheinlich einfacher

00:58:06: Absolut.

00:58:07: Für mich schreit das alles nach Präventionsparadox in vieler Hinsicht, also dass man eigentlich Maßnahmen ergreifen müsste bevor es schlimm ist.

00:58:14: aber dadurch, dass man dann im Zweifel was Schlimmes verhindert sinkt die Akzeptanz.

00:58:20: und so ein Ereignis wie dieses Jahr oder wir haben das A-Teil besprochen oder andere Hochwasserereignisse führen natürlich genau wie du sagst dazu Naja, da hat man dann sagt okay jetzt muss etwas passieren.

00:58:30: Inwieweit is denn?

00:58:31: ... besonderes Niedrigwasserereignis.

00:58:35: Also würdest du sagen, das schlägt wirklich aus im Vergleich zu den letzten Jahren?

00:58:41: Und natürlich die doofe Frage, wo wir vorhin darüber gesprochen haben wie schwer es ist so etwas vorherzusehen müssen wir uns darauf jetzt häufiger einstellen?

00:58:49: also ich muss sagen am Anfang war ich ja noch ein bisschen zurückhaltend auch was ich gepostet habe und wo ich drüber gesprochen hab als wir so um Jetzt Pegel Magdeburg, so um forty-sechzig Zentimeter waren.

00:59:02: Der damalige Rekord war von zwei tausend neunzehn fünfvierzig Zentimeter auf den Pegel Nullpunkt bezogen.

00:59:08: Warum?

00:59:09: Weil ich schon überlegt habe auch das hat man jetzt zwei Neunzehnten, zwei Fünfundzwanzig wurde quasi eingestellt da waren wir auch auf der Marke und so weiter.

00:59:19: Zwei Achtzehn waren wir glaube ich aus sieben vierzig Zentimetern.

00:59:22: So besonders ist es ja eigentlich gar nicht mehr!

00:59:25: Und wir reden hier um jemals gemessene Wasserstände, also das ist schon eigentlich einschneiden.

00:59:31: Wir reden von Rekorden im Prinzip aber da habe ich mir doch gedacht auch so besonders ist es jetzt noch nicht.

00:59:39: Aber irgendwann hat man dann gemerkt oh!

00:59:42: Es ist kein Regen in Sicht der Pegelfeld unter fünfundvierzig und man muss jetzt sagen wir sind jetzt elf Zentimeter aktuell unter dem zwei tausend neunzehner Wert ... und ähnlich sitzt es am Rhein, sitzt glaube ich nicht ganz so schnell.

00:59:56: Aber wir sind wieder da unten dran in dem Bereich also... Ich würde das schon als historisch sehen wobei... ... zwei acht zehn neunzehn fünfzwanzig.

01:00:08: die Frage ist, ist das noch so historisch?

01:00:10: Und wo du gesagt hast worauf müssen wir uns einstellen?

01:00:14: Wir waren Sonntag vor einer Woche habe ich zu den Kindern gesagt komm lass uns meine Fahrradtour an Elbepegel machen!

01:00:20: Ist historisch Wir wollten nicht so richtig, gut mit dem Eis haben wir uns dann überreden können dass sie mitgefahren sind.

01:00:27: Und also bei mir habe ich schon ein bisschen gedacht ist das für die vielleicht jetzt die Normalität?

01:00:33: Ist es vielleicht für die gar nicht so historisch für diese Generation und das vielleicht in zwanzig Jahren normal seid?

01:00:39: Ja und da hab ich schon gedacht was tun wir denn den Amt im Prinzip?

01:00:47: Gibt's eigentlich Konzepte aus dem Ausland, die dir begegnet sind.

01:00:50: Die euch begegneten sind vielleicht auch bei der Arbeit, die ihr für nachahmungswürdig haltet.

01:00:55: oder gibt es Beispiele aus dem Ausland wo man sagen kann ja da geht man vielleicht ein bisschen besser mit dem Thema um.

01:01:01: Also konkrete muss ich sagen habe ich jetzt keinen im Kopf.

01:01:05: aber wo man sich natürlich immer gut orientieren kann ist an den Ländern die diese Problematik schon länger haben sprich Südeuropa Nordafrika vielleicht Mexiko Iran und so weiter, die das schon länger kennen diese Problematik.

01:01:24: Ich muss aber auch sagen wo ich viel gelernt habe, ich war ja auch vier Jahre in Niederlanden, hab da auch im Bereich der Wasserwirtschaft gearbeitet.

01:01:31: Ich finde die Niederländer sind was die Wasserwirtschaft angeht schon ziemlich stark gilt für Hochwasser als auch für Niedrigwasser.

01:01:38: Die Konzepte die dort gefahren werden werden nicht überall in Europa gefahren.

01:01:44: Da denke ich mir immer, da kann man sich doch einiges abschauen.

01:01:47: Wir haben auch schon damals niedrig Wasser berechnet für die Niederländer.

01:01:51: Da war die Schifffahrt interessiert dran aber ging es auch um landwirtschaftliche Schäden und so weiter.

01:01:56: das war zwei tausend vierzehn.

01:01:58: wenn man wasserwirtschaftlich Ideen haben will kann nicht immer nur empfehlen.

01:02:03: klar dass ist natürlich auf dieses diese Region begrenzt ne?

01:02:06: Die machen jetzt natürlich keine hochalpine Gebirgsflüsse weil sie einfach nicht haben.

01:02:11: Aber da kann man sich immer gut an den Niederland orientieren und schauen zumindest, was die dort machen.

01:02:19: Auch da wieder ne?

01:02:21: Das klassische Beispiel, das wir auch reden wenn wir vom Anstieg des Meeresspiegels reden ist immer in Europa die Nieder lande, die man nennt.

01:02:27: und natürlich so ein Druck sorgt dann Zweifel dafür dass man sich auch intensiver damit beschäftigt.

01:02:33: vielleicht Bevor ich dir die letzte Frage des Podcasts stelle, gibt es weitere Beispiele?

01:02:36: Weil ich fand das jetzt so spannend.

01:02:37: Du hast in die Praxis reingeschauen lassen was es für Möglichkeiten gibt wirklich am Land im Land also was man für Maßen einmal greifen kann um diesen extremen Wetter diese Extrembasser Phänomänen vorzugreifen.

01:02:49: fallen dir weitere ein die wir noch nicht besprochen haben?

01:02:52: Ja es gibt jetzt schon Überlegungen Man kennt das ja auf den Feldern Die diese typischen Gräben die entlang der Felder laufen Dass man da schon versucht, dass man da eventuell Steuerung, Wehrsteuerungen reinmacht.

01:03:05: Dass man die Gräben teilweise eingestaut lässt wenn es regnet.

01:03:08: Das sind wirklich praktische Beispiele, die man wahrscheinlich vor zehn, zwanzig Jahren so noch nicht durchgeführt hätte einfach um das Wasser wenn es fällt quasi zurückzuhalten.

01:03:20: Das ist ein Beispiel.

01:03:21: andere wichtige Beispiele auch wenn wir mal auf Ökologie schauen gerade die kleineren Flüsse Ich habe ja über die Wassertemperatur gesprochen, dass wieder Beschattung in die Gewässer reinkommt.

01:03:32: Wenn die Gewässe natürlich ihre Bäume verlieren, ihre Struktur und da geht es jetzt nicht um die Elbe oder den Rhein, die sind eh zu breit aber da geht's um kleinere Gewässern wenn sie natürlich Beschattungen drin haben.

01:03:44: das ist natürlich immens wichtig die Wassertaemperaturen kühlzuhalten Ganz wichtig für die Ökologie, die dort herrscht.

01:03:53: Dass man Sauerstoffgehalt zu tun hat und so weiter... Also das sind Maßnahmen wo es eher gegenläufig zum Teil jetzt ist.

01:04:01: wenn ich mir den Harz angucke da gehen die Bäume er kaputt.

01:04:05: Das kann natürlich schon zur Folge haben dass die Gewässer dort wärmer werden.

01:04:09: Es ist so ein Riesenproblem wenn die Gewässe wärmer wären tatsächlich wahrscheinlich für die Fische Und für das natürliche Leben für die biologischen Vielfalt da ein Problem.

01:04:18: Das wird sich dann definitiv umstellen.

01:04:21: Die Frage ist, wohin würde es dann gehen?

01:04:24: Es würden sicherlich Arten verschwinden und neue Arten dazukommen... Es wird aber nicht mehr das sein, wie wir es kennen.

01:04:32: Das denke ich schon.

01:04:33: und ob man irgendwann tropische Fische in unseren Gewässern haben will sind im Aquarium vielleicht ganz schön Aber gehören eigentlich nicht in unsere Gewässer.

01:04:42: im Endeffekt also die Wassertemperatur ist gerade bei niedrig Wasser schon ein entscheidender Faktor.

01:04:48: Da muss ich auch sagen da haben wir jetzt dieses Jahr auch ein bisschen Glück gehabt.

01:04:53: Zumindest hier in unserem Gebiet war es dann am Ende so, was Juli-August angeht doch nicht mehr so prullen heiß.

01:05:01: Das war sicherlich ganz zuträglich dass die Wassertemperaturen bei diesem niedrigen Abfluss doch einigermaßen kühl geblieben sind.

01:05:09: Wonach das für mich mal wiederklingt ist auch diese klassische Erzählung, die sich glaube ich mal einstellen muss... Schutz und Prävention, nicht was damit zu tun haben.

01:05:18: Dass man auf Dinge verzichtet, dass Dinge teuer sind sondern wenn man natürliche Maßnahmen ergreift die Ökologie stärkt und durch natürlichen Maßnahmen vielleicht auch die Gewässer schützt dann gewinnt man ja auch eine Menge Lebensqualität dazu.

01:05:28: ich meine wir hatten das vorhin.

01:05:29: was wenn man seine Flüsse schützst was die für eine Bedeutung haben können?

01:05:33: da muss man nur mal nach Zürich reisen und sehen was Wasser in der Stadt für eine tolle Sache ist.

01:05:40: und wenn das gesund ist

01:05:42: Definitiv, also die besten Maßnahmen – ich sage es immer den Studierenden.

01:05:45: Die besten Maßnahmen sind die, die ganz viele Synergieeffekte mit sich bringen, wo sich die Schiffer drüber freut der Hochwasserschutz, die Ökologie und der Tourismus vielleicht.

01:05:56: Das sind eigentlich die Win-Win-Maßnahmen, die sollte man in jedem Fall umsetzen weil man gewinnt in jedem fall.

01:06:01: Definitif ja!

01:06:02: Eigentlich ein perfektes Schlusswort.

01:06:04: aber ich will meinen Rausschmeißer noch unterbringen und zwar Den Aha Moment Welches Forschungsergebnis, welcher Fakt, welchen Stand der Forschung sozusagen hat dich zuletzt überrascht oder begeistert?

01:06:22: Also da muss ich ganz ehrlich sagen was mich überraschte und begeisterte einmal allgemein aber auch in der Wasserwirtschaft ist die Macht und die Power der AI, der künstlichen Intelligenz.

01:06:35: Da muss ich echt sagen das wird auch bei uns Klar, man arbeitet mittlerweile damit mit der künstlichen Intelligenz.

01:06:44: Man holt sich Ideen und diskutiert zumindest ich mache das.

01:06:47: Das ist super spannend!

01:06:49: Und speziell was die Wasserwirtschaft angeht werden viele KI-Verfahren bei uns Einzug halten, die Prozesse vielleicht nicht unbedingt genauer machen aber effizienter und schneller.

01:07:04: Das sind ganz spannende Themen... fängt jetzt auch im September ein Forschungsprojekt bei uns an, da geht es um Hochwasser über Flutungsflächen zu berechnen mit KI und so weiter.

01:07:14: Und das wird echt spannend!

01:07:15: Das könnte eventuell zumindest was die Planung usw.

01:07:20: angeht wie sagt man heutzutage neudeutschen Game Changer sein?

01:07:25: Interessant!

01:07:25: Da schlagen wir doch den Bogen zum Anfang als wir darüber geredet haben ob man's irgendwann besser vorhersehen kann.

01:07:30: vielleicht trägt es dazu beid... etwas planungsfähiger wird.

01:07:35: Das wäre natürlich eine groß sehr wünschenswert Stimme, das ist ein wichtiger Punkt.

01:07:39: Liebe Deine ich danke dir sehr für deine Zeit.

01:07:41: es war wahnsinnig interessant und spätestens beim nächsten Hochwasser sprechen wir wieder miteinander.

01:07:47: Ich vielen Dank hat sehr viel Spaß gemacht genau und beim nächsten hochwassern können wir gerne widersprechen.

01:08:04: Bis dahin!

01:08:04: Mein Name ist Jonas Ross und wenn du keine Folge von diesem Podcast verpassen willst, dann abonniere ihn auf der Plattform deiner Wahl.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.